Nürnberg, München, Tbilisi, ankommen, essen, trinken, lauschen, singen, tanzen, Besichtigungen Entdeckungen…
Eine Reise, die im Ganzen für mich unbeschreiblich bleibt – als Aufenthalt mit schmackhaften und besonderen Augenblicken hat sie folgende Bilder und Eindrücke bei mir hinterlassen:
Georgien, ein Land der streunenden, kastrierten, entwurmten und geimpften Hunde mit Knopf im Ohr. Sie dösen majestätisch oder faul in der Sonne vor sich hin (zumindest tagsüber) und werden von Anwohnern irgendwie versorgt. Bedingungslose Gastfreundschaft! – auch für Hunde…
Georgien, ein Land mit uralten Klöstern und Kirchen, trotzigem Naturglauben, eigener Sprache und Schrift. Zwischen Thron und Hocker, Gott und Geistern, mit König Erik III „als dem besten König aller Zeiten – das sagt jeder in Georgien“
Georgien, ein Land, in dem „Essen und Trinken gesund und glücklich machen“, und zwar uns ALLE.
Ein Land, in dem Wein in unterirdischen Tonamphoren gekeltert wird und unbedingt probiert werden muss: von Männern reichlich der Weiße, von Frauen der Rote. Gesangsartig vorgetragene Trinksprüche erlauben den wahren Genuss. Üppiges Essen mit ungewöhnlichen Gewürzkombinationen, konnte am besten mit einem hochprozentigen georgischen Chacha dem Magen überlassen werden. Für den geweiteten Magen boten sich Tschurtschchelas an – Ketten aus Fruchtsaftnüssen, die auch ein Augenschmaus waren. Natürlich Chinkalis – eine Metapher für das Land? – eine deftige Füllung, schwimmend in würziger Flüssigkeit, ummantelt von gut klebendem nahrhaftem Teig – muss bedächtig und behutsam zu sich genommen werden, ansonsten läuft einem die ganze Brühe über den Schoß und die Füllung zerfällt in Einzelteile.
„Siinghen mit Gefuhhl – nicht nur Noten! Gesang muss Seele haben“.. Oft habe ich mich gefragt, woher den Atem nehmen? – „schneller singen als atmen“, war ein Rezept und vor allem „nicht so viel denken“ (- hatte Franz auch schon öfter gesagt…)
Wir haben versucht, unsere bäuerliche Naturstimme zu erwecken und Caruso in uns links liegen zu lassen. Tamar hat in mütterlicher Duldsamkeit unser finales Absinken jedes Mal ertragen und mit väterlicher Strenge darauf bestanden, es noch einmal zu versuchen, bis endlich hin und wieder „die Erde zufrieden“ war mit unseren deutschen Stimmungen und wir glücklich waren über ihr alles erwärmendes gütiges Lächeln und das Gefühl, eins zu sein. Georgischer Gesang erschien mir manchmal wie ein Rufen, Bellen, Jammern, Jauchzen, Schluchzen, Bitten – immer voller Kraft, Freude, Wehmut, Trauer, Inbrunst – in Kirchen wie auf den Straßen gleichermaßen. Nachmachen kann man das schwer, wenn man es nicht fühlt.
Augenblicke unsrer Gruppe, die mir geblieben sind: bravouröse österreichische Einlagen, Otto, der zwischen Türen und Angeln auf Kopfnicken Tamars hin unterschiedlichsten Stimmen Stütze und die warme Herzlichkeit seiner Mutter weiter gab, Emilia beim hingebungsvollen finalen Tango mit unserem Gastgeber und Vorsänger, Nastasia in bezaubernder Dankesrede, Abende am Pool, der tagsüber erfrischender war als der Stausee, ein Busfahrer, der uns überall sicher hingefahren, jede Flasche aufbekommen und die besten Trinkrufe ausgestoßen hat, Barbara, die mir die tollste Kirche meines Lebens gezeigt hat und mich nach Hause finden ließ, ein Bauarbeiter, der mich auf seine Baustelle eingeladen hat, soo unterschiedliche Chormitglieder, die für Momente zusammen eins sein konnten.
Danke an Tamar, Otto, den Busfahrer, Franz, dass ihr uns diese Reise ermöglicht habt und Dank auch an alle Mitreisenden, dass es sooooooooooooooooo reichhaltig war.
Darauf ein:
GAUMAAAAAAAAAAAR JOS
GAUMAAAAAAAAAAAR JOS
GAUMAAAAAAAAAAAR JOS JOS JOS
In lebendiger Erinnerung, Andrea